Es gibt eine geniale App, auf der man diverse Aktivitäten schon im Voraus zu einem teilweise echt viel günstigeren Preis buchen kann: www.bookme.com. Dort hatten wir für das Waimangu volcanic valley Eintrittskarten inklusive einer Bootsfahrt gebucht. Also nur ein schnelles Frühstück im airbnb und um 10 Uhr standen wir im visitor center. Das Wetter ließ weiter zu wünschen übrig, aber wir waren gut ausgerüstet für den empfohlenen 1,5h Stunden dauernden Spaziergang durch den Park bis zur Bootsanlegestelle. Dort sollten wir bitte pünktlich um 13:30 Uhr eintreffen. Eigentlich war uns das zu lang, ließ sich aber nicht mehr ändern. Im Nachhinein waren wir uns einig: Zum Glück hatten wir genügend Zeit! Es gab so unglaublich viel zu sehen. Philip war ein guter Führer, da er hier schon mal war (Blogg 32).

Waimangu-Geysir
Der erloschene Waimangu-Geysir war zwischen 1900 und 1904 der höchste Geysir der Welt mit einer bis zu 460 Meter hohen Springfontäne.

Southern Crater und Emerald Lake
Der etwa 50 m tiefe Krater des Vulkanausbruches von 1886 ist etwa 2 m tief mit Wasser gefüllt. Er ist vom Tal durch einen schmalen Grat getrennt. Außer zwei kleinen Schlammtöpfen im Nordosten des Kraters wurde seit dem Ausbruch keine geothermale Aktivität beobachtet.
Der Kratersee wird wegen seines gelegentlich smaragdfarbenen Wassers „Emerald Lake“ („Smaragdsee“) genannt. Die Farbe des Sees ändert sich jedoch je nach Bewuchs mit Algenmatten und Farnen zwischen grün, braun und rot.

Echo Crater und Frying Pan Lake (Bratpfannensee)
Der Echo-Krater entstand während der Tarawera-Eruption. Am 1. April 1917 kam es im westlichen Teil des Kraters zu einem geothermalen Ausbruch. Dieser zerstörte die vom Ausbruch des Waimangu-Geysirs verbliebene, als Wohnhaus genutzte Touristenunterkunft und tötete zwei Menschen. Der mit Wasser aufgefüllte Krater dieses Ausbruchs bildet den heutigen Bratpfannensee.
Dieser ist der größte Thermalsee und die größte heiße Quelle der Welt. Er enthält 200.000 m³ Wasser. Das Wasser des durchschnittlich sechs Meter tiefen Kratersees ist sauer bei einem pH-Wert von 3,5. Austretendes Kohlendioxid und Schwefelwasserstoffgas erzeugen den Eindruck, dass das Wasser koche. Kochendes Wasser tritt zwar am Boden des Sees tatsächlich aus, wird dann jedoch vom See auf eine Durchschnittstemperatur von 55 °C abgekühlt.

Inferno Crater
Der Krater entstand 1889 durch einen Ausbruch an der Seite des Mount Hazard. Der See im Inferno Crater besitzt eine kräftig türkisblaue Farbe. Sein Wasserpegel schwankt in einem 38-tägigen Rhythmus. 3–4 Wochen lang steigt das Wasser bis zum Rand des Kraters, 2–3 Tage fließt das Wasser über Ablauf ab, um dann in 15 Tagen wieder bis 8 Meter unter den Rand zu sinken. Bei maximalem Wasserstand ist der See 30 m tief. Er hat 80 °C heißes, und wegen seines Gehaltes an Schwefelsäure extrem saures Wasser mit einem pH-Wert von bis 2,1. Der See ähnelt mit seinem „trompetenförmigen“ Tiefenprofil einem Geysir, der aber wegen des hohen Wasserstandes nicht sichtbar ist. Der See wird auch als „größtes geysirartiges Gebilde der Welt“ bezeichnet. Er hat eine Wechselwirkung mit dem Frying pan lake: Wenn der Infernokrater überfließt, reduziert sich der Abfluss des Bratpfannensees, während sich der Wasserstand im Inferno-Krater erhöht, steigt der Abfluss des Bratpfannensees.

Warbrick-Terrassen
Diese Sinterterrassen befinden sich etwas abseits des Hauptweges im sechsten der Krater vom Southern Crater aus. Dieser wird teilweise Regenbogenkrater oder Rift Valley genannt, hat aber keinen offiziellen Namen. Dieser Krater füllte sich nach dem Tarawera-Ausbruch mit Tephra. Diese Ebene erodierte anschließend, so dass am Rand des Tales Terrassen verblieben. Durch einen Spalt auf einer der Terrassen tritt heißes Wasser aus, das Sinterdamm ablagert, hinter dem sich ein kleiner türkisfarbener Thermalsee aufstaut.


Lake Rotomahana
Der Grabenbruch des Tales setzt sich durch den heutigen Lake Rotomahana fort. Am südlichen Ende des Sees befindet sich der Endpunkt des Shuttlebusses und der Ausgangspunkt für die Bootsrundfahrten auf dem See.


Fasziniert beobachteten wir unterwegs die vielen schwarzen Schwäne (Trauerschwäne), die hier leben.

Wir kamen pünktlich an der Bootsanlegestelle an und dann startet ein circa 30-minütige Rundfahrt.


Das gesamte Gebiet war in den frühen 1880er Jahren wegen der Pink and White Terraces ein wichtiges Tourismusziel. Nach dem Ausbruch des Mount Tarawera und der Zerstörung der Terrassen kam der Tourismus zum Erliegen. Einen neuen Aufschwung erhielt er zwischen 1900 und 1904 durch den Waimangu-Geysir, den höchsten Geysir der Welt. Neben 1902/1903 wurde eine Touristenunterkunft am Ende des Tales und Schutzhütten am Geysir errichtet. Nachdem dieser seine Aktivität 1904 einstellte, war auch der Aufschwung zu Ende. Die Touristenunterkunft wurde 1917 beim geothermalen Ausbruch des Echo-Kraters weitgehend zerstört und abgetragen.



Auf dem Rückweg wurden wir mit einem Bus bis zum Ausgangspunkt zurück transportiert. Der war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Glück saß ich nicht am Fenster, denn es ging links und rechts in die Tiefe. Dieser Anblick blieb mir erspart.
Den restlichen Nachmittag verbrachten wir im privaten Whirlpool im airbnb. Es gab ein schnelles Abendbrot, und um 20 Uhr ging es zum Redwood treewalk (nightwork). Es war dunkel und regnete, aber das, was uns erwartete, übertraf einfach alles. Ein 700 Meter langer Baumwipfelpfad über 28 Hängebrücken in 20 Meter Höhe entlang der 120 Jahre alten Mammutbäume. Hoch über dem Waldboden und unter diesen sanften Riesen wurden wir in eine faszinierende Welt aus Farbe und Licht transportiert, in der Wald und Fantasie lebendig wurden.




Es war einfach nur unbeschreiblich und ergreifend! Glücklich fielen wir danach in unsere Betten.