Der nächste Morgen startete wieder mit einem ausgiebigen Frühstück in der Ferienwohnung und dann lernten Jens und ich endlich Betty (Philip`s Van) kennen. Naja, so richtig gemütlich ist es nicht zu dritt, aber es wird schon werden (ich habe mir irgendwann dann die „mitgenommene“ Decke aus dem Flugzeug untergelegt, schließlich saß ich sozusagen auf der Handbremse). Philip ist das Fahren auf der „falschen“ Seite inzwischen gewöhnt, für Jens und mich war es während der ersten Kilometer und noch dazu in der größten Stadt Neuseelands im Berufsverkehr ziemlich aufregend.
Zunächst hieß es, in westlicher Richtung raus aus Auckland und 50 Minuten (und etlichen Bodenwellen) später kamen wir am Eingang zum Kitekite Track an. Dort wies uns dann ein Schild darauf hin, dass der Trail gesperrt ist. Aber das wollten wir schon gerne mit eigenen Augen sehen und wagten es trotzdem. Tatsächlich versperrte nach 1,5 km ein Gitter den Weg, man konnte allerdings außenrum klettern und das haben wir dann auch gemacht.



Ein kurzer Sprung über einen Bach und weiter ging’s.


Nach weiteren 1,5 km durch einen herrlichen Urwald erblickten wir unseren ersten 40 Meter hohen Wasserfall in Neuseeland: die Kitekite Falls.



Philip nutzte die Gelegenheit und sprang ins (eis-)kalte Nass.


Und dann war da der unglaubliche Strand von Piha, schwarzer Sand und beeindruckende Felsen mitten im Wasser. Der „Fels“ ist eigentlich der ausgewaschene Kern eines alten Vulkans. Von den Maori als Te Piha bezeichnet, entstand der Kern vor rund 16 Millionen Jahren während einer Eruption. Mit meinen Badeschuhen konnte ich ganz nah am Wasser entlang laufen.




Bevor die Jungs einen ganz in der Nähe liegenden 2,1-Kilometer langen Rundweg, den Mercer Bay Loop Walk, in Angriff nehmen wollten, mussten wir aber unbedingt erstmal an Kalorien gelangen. Die vorsorglich eingepackten 3 Bananen und unsere Riegel hatten wir schon verspeist. Google Maps verriet, dass in der Nähe ein kleiner Laden sei, der sollte allerdings in 4 Minuten schließen. Also wieder rein in Betty und schnell zum Laden. Wir hatten Glück, der Laden war noch geöffnet, das Angebot war zwar begrenzt, aber ein paar Muffins und eine Schokomilch war noch drin, unsere Rettung.

Auf dem Weg zum Mercer Bay Loop Walk Aussichtspunkt und Startpunkt des Rundweges ging es wieder den Berg hinauf und hinunter durch unzählige Kurven, sodass wir im Auto alle hin und her geschleudert wurden. An einigen Stellen war die Straße abgerutscht, überall in Neuseeland gibt es Baustellen. An einer dieser Baustellen haben wir dann wohl übersehen, dass wir anhalten sollten, jedenfalls kam ein Bauarbeiter laut rufend hinter uns hergerannt und gab uns zu verstehen, dass wir gefälligst warten sollen. Also musste Philip an einer vollkommen unübersichtlichen und steilen Stelle ein Stück zurücksetzen und dabei hat er dann auch noch das Hinweisschild umgefahren. Nichts wie weg. Am Loop angekommen, machten die Jungs sich also auf den Weg, während ich diesen Text für die Internetseite hier schrieb.



