Nach dieser extrem kalten Nacht unterm Sternenhimmel galt es, unser Geburtstagskind Jens gebührend zu feiern. Wir waren schon ganz zeitig wach und konnten so den fantastischen Sonnenaufgang in der Ferne über dem Meer bewundern.

Es gab sogar einen kleinen Blumenstrauß und ein paar im Flieger mitgebrachte Geschenke.

Wir verspeisten unser Frühstück, anschließend wurde wieder alles in der Betty verstaut und nach einer (wie wir dachten) letzten Kontrolle ging es direkt zu einer Glühwürmchen-Höhle, die ich auf Google Maps entdeckt hatte, dem Waipu Cave Farm Park. Der (Schotter-) Weg dahin war abenteuerlich, aber das sollte belohnt werden. Wir hatten Glück, ein belgisches Paar mit 2 kleinen Kindern startete gerade zu einer Führung und wir schlossen uns an. Für 35 NZD Eintrittsgeld p.P. erwartete uns eine ca. 1,5 h Tour durch die Höhle mit Führung und Erklärungen zur Entstehung der Höhle und den Stalaktiten. Wir waren alle mit Taschenlampen ausgestattet.

Auf der Internetseite wird es so beschrieben: „Die Milchstraße Glow Worm Cave führt Sie durch einen Durchgang in die Kronleuchterkammer, die mit schönen Formationen und einem Spektakel von Leuchtwürmern gefüllt ist, so nah, dass Sie die klebrigen Tröpfchen in ihren Netzen sehen können. Der Klang des Baches, die Stalaktiten und das Wasser, das von ihnen tropft, das Funkeln von Leuchtwürmern in der Dunkelheit der Unterwelt, diese intensive Schönheit wird Sie in Ehrfurcht zurücklassen.
Sehen Sie alte Moa-Knochen in der Höhle aus einer Zeit, als sie den Busch durchstreiften. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Besucher über die Höhle aufzuklären, wie sie entstanden ist und wie man sich um Höhlen kümmert“.
Richtige Glühwürmchen sind es nicht, die da leuchten, vielmehr sind die zu bewundernden Lichter die Larven von Pilzmücken, die an der Decke hängen. Diese sondern klebrige Fäden ab und lassen sie von der Decke hängen. Um damit möglichst viele Insekten zu fangen, schimmern diese Fäden in einem bläulichen Licht, das lockt die Beute an, die sich daraufhin in den Fäden verfängt. Wohl bekomm’s!





Die nächstgrößere Stadt war Whangarei, 160 km nördlich von Auckland. Dort füllten wir in einem Supermarkt zunächst unsere Vorräte auf (der Eintritt für das genau gegenüberliegende Hundertwasser-Museum war uns zu teuer) und sind dann an die Whangarei Wasserfall gefahren, um im Park ein Picknick zu machen. Die Jungs haben eine Runde um den 26 Meter hohen Wasserfall gedreht. Der liegt mitten in der Stadt, so dass es von Besuchern wimmelte; nicht so mein Fall.



Und dann ging es weiter bis Matapouri, ein winziges Nest an der Ostküste. Dort sollte es laut CamperMate genau vier (!) kostenlose Stellplätze geben. Als wir ankamen, waren aber die aber belegt. Also haben wir eine Runde am Strand gedreht und siehe da, als wir zurückkamen, wurde gerade ein Platz frei: schnell hinein mit Betty.




Philip wollte erst mal eine Runde chillen und Jens und ich starten einen schönen 3 km langen Walk zur Whale Bay nachdem wir gecheckt hatten, wie lange es an der einzigen Imbissbude abends was zu Essen gibt.




Nachdem wir zurück waren und Philip auferstanden, verspeisten die Jungs an besagtem Imbiss leckere Pizza. Ich hatte der Dame vom Imbisswagen (in gebrochenem Englisch) erklärt, dass ich gerne Fisch ohne Gräten essen möchte. Sie erklärte mir, dass sie soetwas durchaus im Angebot habe. Bekommen habe ich dann RAW Fisch (mit Zitrone marinierter roher Fisch in Kokoscreme mit Paprika und Zwiebel)… absolut oberlecker!

Dort sahen wir auch zum ersten Mal bei zwei Gästen die typische Begrüßung der Maori. Der „Hongi“ ist der traditionelle Gruß der Maori, der in ihrem Alltag auch heute weit verbreitet ist. Dabei drücken die beiden Grüßenden Stirn und Nase gleichzeitig sanft aneinander und sagen „Hm, hm“, beziehungsweise atmen hörbar aus.
Und dann hieß es, die erste Nacht in Betty zu verbringen. Im Dunkeln stellte Philip sein Zelt (ob das so ganz legal war?) hinter den Dünen auf und gemeinsam verbrachten wir die erste Nacht direkt am Beach. Zu dritt lagen wir in Betty und schauten noch einen Film bis vom Strand aus wieder ein Feuerwerk startete und ein großes Feuer entzündet wurde.