Als nächster Programmpunkt stand der Milford Sound auf dem Plan. Das bedeutete aber erst einmal eine dreieinhalb stündige Fahrt. Die Strecke war extrem hügelig, von den Bergen fielen Wasserfälle, es hatte ein beinahe tropisches Feeling.
Bereits nach kurzer Zeit den Berg hinauf, fing Betty furchtbar an zu stinken, es roch extrem nach verbranntem Öl. Kurz vor dem Milford Sound Tunnel war der Gestank dann am schlimmsten! Wir mussten lange warten, bis wir den Tunnel passieren konnten. Die Wolken hingen in den Bergen. Es herrschte durchgehend Regen und es war ziemlich kalt.
Etwas Gutes hatte das Warten vor dem Tunnel aber auch: wir hatten unsere erste Begegnung mit einem Kea, der wollte mit unserem Essen spielen. Rob hat sich übelst erschrocken! Scheinbar fand der Kea auch unsere Betty toll, denn er ist einfach drübergerannt.


Leider gab es auch hier extrem viele sandflys.
Nach dem Tunnel ging es dann nur noch bergab, so dass wir keine Angst um unsere Betty mehr haben mussten. Die Natur nach dem Tunnel war einfach malerisch, es sah aus, als ob die Flüsse einfach von den Bergen laufen.
Schließlich haben wir uns entschieden, eine Schiffstour direkt in den Milford Sound zu buchen. Flo und ich kauften uns also ein Ticket für das Schiff, Rob hatte noch keins und überlegte, ebenfalls noch eins zu kaufen. Für 80 $ wäre es für ihn okay gewesen, aber inzwischen war der Preis schon auf 120 $ gestiegen. Er entschied sich also dagegen. Wir holten unsere Karten am Schalter ab und waren die letzten, die auf das Schiff gingen. Rob hat inzwischen auf Betty aufgepasst.
Ich hatte leider auf dem ganzen Trip den verbrannten Geruch von Betty im Hinterkopf und überlegte, was wir wohl dagegen tun könnten.
Am 6. September fand also dann die Bootstour statt. Leider herrschte auch heute wieder starker Wind und Regen, so dass wir ständig zwischen Ober- und Unterdeck wechselten. Zum Glück hatten wir uns warm eingepackt und unsere Regenjacken an. Am Oberdeck war alles klitschnass und der Wind peitschte. Aber die Landschaft war einfach nur atemberaubend. Eine so geile Landschaft habe ich noch nie gesehen. Es gab steile, grün bewachsene Wände. Man fühlt sich, als ob man direkt im Film Avatar sei.
Durch den starken Regen flossen unselige kleine Flüsse von den Bergen und es sah tatsächlich genauso aus wie im Film Avatar. Die tiefste Stelle des Fjords ist 113 m. Der Fjord endet im Ozean. An Bord gab es gratis Tee und Kaffee.
Mit dem Schiff ging es dann unter den größten Wasserfall. Der Wind hat mit dem Wasser gespielt, es war einfach nur faszinierend. Der Milford Sound ist Anwerber auf das achte Weltwunder!
Wir haben unsere Flasche noch mit Kaffee aufgefüllt und sind nach der Tour dann wieder zu Rob auf den Parkplatz.
Dort haben wir den Tank-/Ölstand geprüft und festgestellt, dass das Öl pechschwarz war und außerdem auch viel zu wenig Öl drin war. Also haben wir selbst erstmal Öl nachgekippt, da außer einer Tankstelle leider keine Werkstatt in Sicht war. Schließlich haben wir uns auf den Weg zurück gemacht.
Für unseren nächsten Schlafplatz haben wir einen gratis Campingplatz gefunden, wieder mitten im Nirgendwo. Aber es gab eine gute überdachte Kochmöglichkeit (auch hier wieder extrem viele sandflys). Das Zelt dann im Regen aufzubauen war mal wieder eine Katastrophe, aber es war wenigstens windgeschützt hinter der Hütte, in der wir zuvor gegessen haben. Heute gab es mal Hühnchen, Curry mit Reis und Avocado.
Wie die Sardinen sind wir dann zu dritt in Bettys Bauch gekrochen und haben (was auch sonst), den ersten Teil des Filmes „Herr der Ringe“ angefangen. Rob musste dann anschließend in sein kaltes Zelt kriechen. Es hat die ganze Nacht gestürmt und geregnet. Rob meinte zwar, in der Nacht Schritte gehört zu haben, die ums Zelt gelaufen seien, aber alles ist gut gegangen. Am nächsten Morgen gab es ein Premium-Frühstück und dann haben wir wegen den Angriffen der sandflys das Weite gesucht.