Nach einem gemütlichen Frühstück am nächsten Morgen ging es dann Richtung Hamilton Gardens, das ist ein riesiger, öffentlich zugänglicher Garten, in dem verschiedene Themengärten zu sehen sind. Philip hatte begeistert davon berichtet und wollte auch uns in den Genuss bringen. Die Eintritt ist kostenlos, lediglich eine Übersichtskarte kostete 2 NZD.
www.newzealand.com beschreibt es so: „Ein Höhepunkt der Stadt Hamilton ist ihre Gartenanlage (Hamilton Gardens). Sie wurden nicht wie konventionelle botanische Gärten konstruiert, sondern basieren vielmehr auf der Beziehung zwischen Menschen und Gärten. Dieses Thema wird in fünf Gartenbereichen erkundet. Die Paradise Garden Collection repräsentiert China, England, Japan, Amerika und Italien. Die Landscape Garden Collection beinhaltet das Bussaco Woodland, den Hamilton East Friedhof, den Echo Bank Bush und den Valley Walk. In der Productive Garden Collection finden Sie unter anderem einen Kräutergarten und einen Gemüsegarten. Die Cultivar Garden Collection erzählt die Geschichte besonderer und gezüchteter Pflanzen. Es gibt Flächen für verschiedene Blumen, darunter Rosen, Kamelien und Rhododendren. Dann gibt es noch den Fantasy Garden, bei dem die Vorstellungskraft im Vordergrund steht. Die Themen „Zeit“ und „Parfüm“ wurden herausgearbeitet.“



Neuseeland hat eine einzigartige Vogelwelt, es zwitschert und singt einfach überall. Aber mehr als 70 Vogelarten sind verschwunden, seit der Mensch Neuseeland besiedelt hat. Obwohl heute versucht wird, Neuseelands Vögel zu schützen, gelten laut der Studie 30 Prozent der noch vorhandenen Arten als vom Aussterben bedroht. Besonders der Tui hat uns mit seinen Lauten immer wieder fasziniert. Der Tuihonigfresser ist eine neuseeländische Vogelart aus der Familie der Honigfresser. Er ist endemisch, seine Stimme ist laut und kraftvoll, der melodische Klang wird oft von abwechslungsreichen klickenden und schnarrenden Geräuschen unterbrochen. Der Tuihonigfresser ist in der Lage, andere Stimmen zu imitieren. Die Māori haben sich Vögel gehalten und ihnen das Imitieren menschlicher Sprache beigebracht. Ich fand ihn soooo toll.
Danach ging es dann auf direktem Weg weiter ins 40 km entfernte Städtchen Raglan. Der perfekte Surferort ist klein genug, um einer Massenbebauung zu umgehen, aber gerage groß genug für jede Menge kleiner Läden und Cafés. Philip schwärmte von einem dieser Cafe`s, das schloss aber leider gerade seine Pforten als wir ankamen.

Gestärkt mit drei verschiedenen Pies und einer Kugel Eis ging es dann weiter zu den Bridal Veil Falls (Waikato) Wasserfällen. Nach nur 10 Minuten Fußmarsch erreicht man die obere Stelle des Wasserfalls.


135 Stufen führten dann bis auf die mittlere Plattform (weiter bin ich nicht hinunter gestiegen) und nochmal 135 Stufen und man stand am Fuß des Wasserfalls. Jens hat den Abstieg “gewagt“ und erzählte, dass unten die Gicht so stark war, dass seine Haare richtig nass geworden sind.

Teilweise über Schotterpisten ging es direkt weiter zu den Marokopa Falls, deren Fallhöhe 35 Meter beträgt. Auf diesen spektakulären Anblick waren wir gar nicht eingerichtet, denn in Reiseführern wir er nicht erwähnt, ist aber einfach atemberaubend.

Anschließend stand die Piripiri Höhle auf dem Programm. Dorthin führte ein fünfminütiger Spaziergang, natürlich wieder durch herrlichen Urwald mit Riesenfahrnen begleitet vom Gesang der Vögel. In der Höhle war es stockdunkel, Philip hatte vorgesorgt und so hatte jeder eine Taschenlampen dabei. Es war totenstill, von der Decke tropfte das Wasser. Am Höhleneingang sah man den Schatten der Riesenfarne. Ich bin mir ganz sicher, dass irgendwo hier noch Dinos ihr Unwesen treiben. Wo, wenn nicht hier?


Als letzter Tagespunkt stand die Mangapohue Natural Bridge auf dem Programm. Ich blieb diesmal im Auto und schrieb diesen Blogg und die Jungs begaben sich auf den zehnminütigen Weg zur Natural Bridge und berichteten, was Philip schon zuvor so beeindruckt hatte:
Über zwei Mini-Hängebrücken gelangt man zu einem echten Naturwunder. Steile Felswände rahmten einen kleinen Fluss ein. Über die Brücken wechselt man mehrmals die Seiten, bis nach 10 Minuten das eigentliche Ziel erreicht ist: die Natural Bridge. Hoch oben werden die Felswände auf einer Breite von mehr als zwanzig Metern durch eine Felsbrücke verbunden. Eine riesige Höhle muss hier mal gewesen sein, die dann über die Jahre einstürzte und schließlich nur noch eine Steinbrücke übrigblieb.


Danach hieß es, wieder einen Schlafplatz für die Nacht zu finden. Das gestaltet sich diesmal alles gar nicht ganz so einfach. Den angepeilten Stellplatz am Meer gab es nicht mehr, wir fuhren über eine dirt road weiter am Wasser entlang und über einen Hügel bis keine Häuser mehr zu sehen waren. Letzten Endes strandeten wir an einer Flussmündung, die direkt ins Meer mündet. Es war einsam und verlassen, irgendwo im Nirgendwo, es gab nichtmal mehr Funknetz, dafür aber einen unglaublich beeindruckenden Sonnenuntergang.


Aber als wir dann ein warmes Essen im Bauch hatten und in unseren warmen Betten (beziehungsweise Philip im Zelt) lagen, war alles gut.

Das Ganze hat sich gelohnt, am Morgen konnte ich einen schönen Strandspaziergang machen und zum Frühstück gab’s all unsere verbliebenen Reste.
