06 Wanderung am Rocky Peak

Im Dunkeln ging es dann wieder mitten ins Nirgendwo, wir fuhren ca. 20 Minuten auf einem Feldweg und über Schotterpisten. Wenn wir an Häusern vorbeikamen, habe ich das Licht von Betty ausgeschaltet, weil wir nicht ganz sicher waren, ob es tatsächlich so ganz legal ist, irgendwo im Nirgendwo zu zelten.

Einmal haben wir auch richtig Panik bekommen, weil wir dachten, ein Auto kommt, wärend wir unsere Weet Bix zubereiten. Aber da war nix, wahrscheinlich hatten wir einfach nur Zuckermangel und halluzinierten schon. Also rein mit den Vollkorn-Weizen-Keksen, die in Milch oder Saft eingeweicht in einer Schüssel eigentlich typischerweise zum Frühstück gegessen werden.

Den Ort hatten wir uns ausgesucht, weil wir dort eigentlich eine Wanderung machen wollten. Nervig waren die extrem vielen Sandfliegen, die immer und überall um uns herumgeisterten und uns bissen. Das Frühstück am nächsten Morgen konnten wir also gar nicht richtig genießen, der Ausblick war dennoch perfekt, die Berge wurden so genial beleuchtet.

Die erste große Wanderung, die auf dem Plan stand, sollte also zum Rocky Peak gehen. Entlang des Flusses fanden wir eine absolut faszinierende Natur, die sich ständig änderte:

 

Auf dem Plateau haben wir dann die Kletterer am Stein gesehen, dass sah genial aus und hat uns sehr gereizt. Einfach an einem Strick 30 m einen Berg hoch… Das wollten wir auch!

 

Nachdem wir den Fluss verlassen hatten, begann der eigentliche Rocky Peak Wanderweg, vorbei ging es zunächst am Diamand Lake. Der Name ist sehr verwirrend, weil er richtig dunkel und schwarz aussieht. Auf dieser Wanderung haben wir jedenfalls ordentlich Höhenmeter gemacht.

Von oben hatte man dann eine geile Sicht in die Berge und auf den See.

In der Ferne sah man auch das Skigebiet, eine extrem steile Straße führte da hinauf. Den Staub der Autos sah man schon von weitem und das waren nicht wenige! Alle wollten mit ihrer Ausrüstung hoch und kamen völlig dreckig wieder runter.

Auf dem Rückweg kam uns dann der kranke Gedanke, gleich weiter zu laufen und noch den Roy`s Peak mit 16 km (1.300 Meter Anstieg) zu besteigen, um dann oben zu zelten und den Sonnenaufgang dort erleben zu können. Wir legten also einen Zahn zu und planten im Kopf, was wir alles brauchen würden. Wir machten eine komplette Liste: Schlafsäcke, Essen, Trinken, das Zelt (was wir vorher noch nie aufgebaut hatten). Es gehört schon einiges dazu, einen ganzen Tag nur mit einem Rucksack zu reisen.

Die Kraft ließ dann auf dem Rückweg aber nach und es wurde langsam dunkel. Uns war klar, dass es schon Wahnsinn wäre, noch circa 3 Stunden in der Dunkelheit auf einen Berg zu klettern. Wir entschieden uns also letzten Endes dagegen (aber was nicht ist, kann er irgendwann noch werden).

Unsere abendliche Wäsche wollten wir dann eigentlich im Bach erledigen, aber wegen der Sandfliegen war das nicht machbar! Also waren wir schnell noch im See um die Ecke (Wanaka Lake).

Weil wir uns nach dem ständigen „Camping-essen“ auch mal was Richtiges gönnen wollten, gingen wir zum Italiener und gönnten uns eine richtige Mahlzeit und tranken auch endlich mal ein schönes Bierchen. Das Kochen im Van nimmt halt immer ziemlich viel Zeit in Anspruch, wir kochen uns allerdings auch viele leckere Gerichte mit Nudeln, Reis, Fleisch, Saucen und Gemüse.