Yellowstone Nationalpark Teil 1

Welcome to Wyoming

Tag 13: Yellowstone Nationalpark

Und dann fahren wir endlich hinein: von Gardinier aus geht’s in den Yellowstone Nationalpark. Der Beitrag hier reicht nicht aus, die Unfassbarkeit dieses Parks zu beschreiben. Unzählige Tiere, blühende Wiesen, unglaubliche Ausblicke und unbeschreibliche Natur erwarten uns in den nächsten 3 Tagen. Im Yellowstone National Park gibt es 10.000 heiße Quellen und 300 Geysire (das sind rund 60% der Geysire dieser Erde). Diese faszinierende Landschaft inmitten der Rocky Mountains wirkt einfach absolut magisch, verzaubernd und  unwirklich. Immer wieder steigt heißer Dampf aus Spalten im Boden (teilweise direkt neben unseren Füßen) auf, Schlammtöpfe blubbern, brodeln und spucken in den unterschiedlichsten Farben und Tönen: von grau bis bunt, von leise fauchend bis laut tosend. Der Yellowstone dehnt sich auf insgesamt 9.000 Quadratkilometern auf einem Hochplateau in über 2.000 m inmitten der Rocky Mountains aus. Der höchste Punkt liegt auf 3.462 m.

Mammoth Hot Springs

Am ersten Tag also fahren wir zunächst vom Nordeingang bis Mammoth Hot Springs, wo wir (gemeinsam mit unzähligen anderen Touristen) die Sinterterrassen und heißen Quellen besichtigen. Heiße Quellen lassen warmes Wasser von ca. 70 °C über die Terrassen gleiten. Das Wasser enthält überdurchschnittlich hohe Kalk- und Mineralienanteile, die am Quellaustritt ausfallen und sich in Form von Terrassen ablagern. Die Anordnung der Terrassen hängt sowohl von der Art der Ablagerungen und der Wachstumsgeschwindigkeit der Mineralien als auch von der Fließrichtung und den Wasserturbulenzen ab. In den entstehenden flachen Becken siedeln sich Algen und Bakterien an; je nach Temperatur des Wassers haben diese unterschiedliche Farben. Aufgrund der immer neuen Ablagerungen wechselt die Fließrichtung des Wassers und damit die Temperatur und so die Farben - von Weiß bis Blau, Braun, Grün, Gelb, Orange oder Rot - der Terrassen von Jahr zu Jahr.

Am Norris-Geysir-Becken bekommen wir keinen Parkplatz, sodass wir zunächst weiter fahren (auf der Rückfahrt sollen wir dann Glück haben) und besuchen die Artist Point Pots. Dort führt ein 1,6 km langer Rundweg zu faszinierenden Ausblicken. Die Gegend besteht aus mehreren kleinen Schlammtöpfen in unterschiedlichen Farben. Diese Mudpots entstehen, wenn Sickerwasser durch den Vulkan erwärmt wird und gemeinsam mit Gasen und Säuren aus der Tiefe wieder nach oben strömt. Das säurehaltige Wasser löst das Gestein auf und bildet so blubbernden Schlamm. Durch thermophile, also wärmeliebende Algen und Bakterien verfärbt sich der Schlamm und so entsteht ein bunter Farbtopf. Von einer kleinen Anhöhe aus hat man einen tollen Blick. Die Luft riecht auch hier leicht nach Schwefel und immer wieder bekommen wir den heißen Dampf zu spüren.

Clearwater Springs

Artist Points

Parade am 4. Juli in West Yellowstone

In Maddison wenden wir uns Richtung Yellowstone West und sind gegen 17 Uhr dort. Im Internet haben wir gelesen, dass wir dort die schon lang ersehnte Möglichkeit haben, endlich einmal mit eigenen Augen eine Parade anlässlich des 4. Juli zu erleben. Also parken wir unser Auto am Straßenrand, gerade rechtzeitig, bevor die Straße für den Umzug gesperrt wird. Nach dem Verzehr von drei "Pulled Pork Burgern" sichern wir uns ein schönes Plätzchen und pünktlich um 18 Uhr geht ein Raunen durch die Menge und wir erleben einen Umzug, der den in Deutschland zur Fastnacht üblichen Karnevallsumzügen in nichts nachsteht. Verrückt geschmückte fahrbare Untersätze mit noch verrückteren Insassen befahren die Straße, schon bald sind unsere Hosentaschen voller Kaubonbons, Lollis und Brausepulver. Feuerwehrautos spritzen Wasserfonatänen Richtung Zuschauer und es herrscht ausgelassene Stimmung: einfach toll zu erleben.

In der beginnenden Dämmerung fahren wir zurück in und durch den Yellowstone und nun zeigen sich deutlich mehr Tiere als zuvor. Wir treffen u.a. auf Koyoten, Bären und Bisons, die ganz nah an unserem Auto vorbeitrotten.

Norrison-Geysir-Becken

Und auch am Norrison-Geysir-Becken haben wir jetzt Glück und können ohne die am Morgen anzutreffende Menschenmenge eine Runde im heißesten Geysir-Becken des Yellowstone-Nationalparks drehen. Es befindet sich am nordwestlichen Rand der Caldera des Yellowstone-Vulkans, nahe der Ortschaft Norris Junction im US-Bundesstaat Wyoming. Das Norris-Geysir-Becken beheimatet mit dem Steamboat-Geysir den größten aktiven Geysir der Welt. Leider finden wohl auch die Mücken den Platz umwerfend, denn sie tümmeln sich hier in großen Gruppen, sodass wir irgenwann ins Auto flüchten müssen.

Und selbst das Feuerwerk anlässlich des Unabhängigkeitstages dürfen wir erleben; irgendwo am Highway 89 veranstaltet eine Ranch ein farbenfrohes Spektakel und so fallen wir voller Erlebnisse gegen 23 Uhr zufrieden in unsere Betten.

Meilenstand: 16758 = 278 km

Tag 14: Yellowstone NP - Lamar Vallay

Auch dieser Tag steht ganz im Zeichen des Yellowstone. Wir fahren zunächst wieder bis Mammoth, halten uns dort links und fahren Richtung Tower Rossevelt.

Am "Petrified Tree" machen wir kurz Pause und marschieren in der Mittagsglut vorbei an Wildblumenwiesen Richtung 50 Millionen Jahre alter „versteinerter Baum“, als eine Menschenmenge am Wegesrand unsere Aufmerksamkeit erregt. Nicht weit entfernt der Straße steht gemütlich ein Schwarzbär und frisst Beeren. Der hinzugeeilte Ranger beantwortet geduldig die Fragen der Umherstehenden.

Wir fahren noch ein Stückchen weiter Richtung Northeast Entrance bis ins Lamar Valley. Dieses liegt im Nordosten des Yellowstone Nationalparks und wird auch die „Serengeti Nordamerikas“ genannt. Hier kann man tatsächlich ganze Bisonherden im tierreichsten Tal in freier Natur entdecken.

Nach einem Picknick verlassen wir dann den Yellowstone auf dem gleichen Weg, den wir am Vormittag hinein gefahren sind, in Gardinier genießen wir einen Kaffee in einem kleinen Lesecafe. Vom Vorgarten des Nachbarhauses aus werden wir neugierig von einem Reh beobachtet.

Nach einem Steak von Grill auf unserer Terrasse lassen wir den Abend ausklingen.

Meilenstand: 16894 = 219 km

Und weiter geht's Yellowstone Nationalpark Teil 2...