Seattle


Tag 1: Frankfurt - Seattle

Der Wecker holt uns um kurz nach 4 Uhr aus den Federn. Bis zum Flughafen nach Frankfurt sind es immerhin 350 km. Zuvor muss das Auto noch am Langzeitparkplatz abgegeben werden und wir zum Flughafen geshuttelt. Das klappt alles prima und schnell sind wir unser Gepäck los. Auch die Schlange an der Sicherheitskontrolle ist kurz und wir freuen uns, noch genügend Zeit zu haben, gemütlich etwas zu essen. Doch weit gefehlt, hinter der Sicherheitskontrolle gibt es nur noch einen einzigen kleinen Imbissstand mit Wraps; naja, muss das eben reichen. Der Abflug verspätet sich dann um ca. 1,5 Stunden, aber wir landen pünktlich um 14 Uhr Ortszeit (in Deutschland ist es inzwischen 23 Uhr) in Seattle. Ein Shuttle bringt uns zur Autovermietung, wo wir die Wahl zwischen 3 verschiedenen SUV haben: wir entscheiden und für einen Dodge Journey.

Seattle - Start bei Meilenstand: 14915

In einer gemütlichen Wohngegend im Stadtteil Mt. Baker haben wir über die Internetseite www.homeaway.com eine Ferienwohnung mit 2 Schlafzimmern gemietet, die für die ersten 3 Nächte unsere Unterkunft wird. Den Code fürs Eingangsschloss haben wir kurz zuvor per Mail erhalten, sodass wir unsere Vermieter, die eine Etage über uns wohnen, während unseres gesamten Aufenthaltes gar nicht treffen. Herrlich weiche Betten erwarten uns. Grundsätzlich finden wir die Betten in den USA überall toll. Im Doppelzimmer findet man immer zwei Betten mit einer Größe von jeweils mindestens 1,40 Meter. Dabei werden oft gleich mehrere Matratzen übereinander gelegt, sodass man teilweise das Gefühl hat, es herrsche Seegang. Zugedeckt wird mit einem (gemeinsamen) Laken und ggf. weiteren Überecken. Und pro Bett gibt es mindestens (!) 4 Kopfkissen, oft noch mehr. Wir jedenfalls laden erstmal unser Gepäck aus und fahren noch ein wenig durch die Gegend. Schnell landen wir in einer kleinen Pizzeria, teilen uns eine riesige Familienpizza und fallen gegen 20 Uhr (in Deutschland ist es nun schon 6 Uhr früh) nach 26 Stunden auf den Beinen in unsere Betten.

Tag 2: Seattle

Zum Glück haben wir die Reste der Bordverpflegung mitgenommen, denn freundliche Vormieter haben ein frisches Stückchen Butter im Kühlschrank zurückgelassen. In den Schränken findet sich auch Kaffee und Kaffeeweiser, sodass wir in der Ferienwohnung ein erstes kleines Frühstück zu uns nehmen können. Danach geht es sofort Richtung Downtown. Schnell finden wir einen -sogar bezahlbaren- Parkplatz in einem Parkhaus direkt am Seattle Aquarium und beginnen unseren Stadtrundgang am Waterfront Park. Dort gibt es dann auch in einem Backshop ein frisch aus dem Ofen kommendes Zimtbrötchen und damit ist ein „richtiges“ Frühstück gar nicht mehr notwendig. Am Pikes Place finden wir schnell die allererste (!) Starbucks- Filiale, eröffnet 1971. Damals bestand das Unternehmen aus einem einzigen Geschäft im historischen Pike Place Market von Seattle. Seitdem verkauft Starbucks in diesem winzigen Laden einige der weltweit besten frisch gerösteten Kaffeebohnen. Benannt wurde das Unternehmen nach dem Steuermann Starbuck aus dem Roman „Moby Dick“. Mit mehr als 15.000 Coffe- Shops in inzwischen 50 Ländern ist Starbucks heute der größte Röster und Anbieter von Kaffeespezialitäten in der Welt. Aber natürlich sind wir nicht die Einzigen, die wissen, dass "hier alles begann", und so gibt es statt Kaffee nur ein Foto.

Pikes Place Market

Der Pikes Place ist der bekannteste Markt Seattles. Straßenkünstler und Händler wetteifern hier um die Aufmerksamkeit der Besucher. Es finden sich 200 Stände und Geschäfte, darunter einige, die bereits seit mehreren Generationen in Familienhand geführt werden. Gemütliche Cafés, Stände mit orientalischen Naturheilmitteln, Boutique-Bars, Käsetheken mit hausgemachtem Käse und Stände mit Bio-Obst verführen zum Kaufen und Probieren. Darüber hinaus ist Pike Place Market für sein Angebot an frischem Fisch berühmt; es duftet nach Blumen in allen Farben aus zahlreichen Ständen.

In der Ferne entdecken wir den Gipfel des Mount Rainier. Ein wohl eher seltener Anblick, denn wenn man den Reiseführern Glauben schenken darf, versteckt er sich meistens hinter dichten Wolken. Ein Grund mehr, unseren Plan für den nächsten Tag kurzfristig zu ändern.

Olympic Park und Fahrt mit der "Mono Rail"

Vom Pikes Place aus wollen wir mit der Monorail zum Seattle-Center (ein 300.000 Quadratmeter großes Parkgelände mit Kultur- und Freizeitangeboten und der Space Needle) fahren, finden aber irgendwie die Haltestelle nicht, sodass wir die knapp 2,5 km letzten Endes zu Fuß zurücklegen. Diese Einschienenbahn verbindet die nördliche Innenstadt Seattles mit dem Gelände der Weltausstellung von 1962. Die Strecke besteht aus zwei parallel liegenden Fahrbalken, besitzt jedoch keine Weichen oder Verzweigungen, so dass jeder der beiden Züge über eine eigene Fahrbahn verfügt.

Space Needle

Da unglaublich viele Leute an diesem Tag die Fahrt auf die Space Needle im Programm haben, sparen wir uns die langen Warteschlangen und schlendern stattdessen gemütlich durch das Gelände des Seattle Center und landen an einem Springbrunnen, dessen Wasserfontänen zur Musik emporschießen. Sehr zum Spaß aller Kinder, die in Badesachen darin herumtoben. Auch Philip ist irgendwann nicht mehr zu halten und wagt sich in die Wasserfontänen.


Da wir beim Auspacken unserer Koffer mit Erschrecken feststellen, dass Philip sämtliche kurzen Hosen vergessen hat, starten wir schnell noch einen Einkaufsbummel bei macys (mit 728 Filialen der größte Warenhausbetreiber in den USA (Stand: 2016)) und erstehen wenigstens eine Hose, die dem Geschmack eines Teenagers entspricht. Bei Safeway besorgen wir uns erstmal eine Kundenkarte, die uns noch gute Dienste leisten soll. Der Antrag hierfür ist schnell ausgefüllt, denn ohne Karte gehen doch nicht ganz unerhebliche Rabatte verloren. Wir kaufen für die nächsten Tage ein, auch Fisch und Kartoffeln, und machen es uns in unserer Ferienwohnung bei leckerem Abendessen gemütlich.

Tag 3: Mount Rainier Nationalpark

Da wir nun ausreichend eigene Lebensmittel haben, können wir zu Hause frühstücken. Der Wecker klingelt schon halb 8, denn wir haben viel vor. Obwohl wir unsere Flüge bereits im März gebucht hatten, gab es immer wieder Verschiebungen durch Condor. Zum Schluss konnten wir nach etlichen Telefonaten und Mails erreichen, den gebuchten und gewünschen Direktflug durchführen zu können; allerdings einen Tag eher als geplant. Das kommt uns nun zu Gute, denn so haben wir einen „Extra-Tag“ Zeit und den wollen wir nutzen, um den schon aus der Ferne gesichteten Mount Rainier aus der Nähe betrachten zu können.

Der Reiseführer empfiehlt die Fahrt über die Interstsate zum Westeingang nach Ashford. Wir bevorzugen den Nordeingang (Whiteriver-Entrance), da wir nicht abschätzen können, wie viel Zeit wir tatsächlich brauchen und ob es auch bei Zeitmangel dann ggf. möglich ist, einen anderen Ausgang zu nutzen. Nach nur 2 Stunden Fahrt passieren wir unseren ersten Nationalpark. Von Freunden, die in den Osterferien eine USA-Reise unternommen haben, haben wir deren „America-The Beautiful-Pass“ bekommen, der zwei Familien berechtigt, ein Jahr lang jeden Nationalpark der USA zu besuchen. Schon ab 3 Nationalparks lohnt sich der Kauf dieses Passes für 80 Dollar. Die Straße zum Sunrise-Visitor-Center ist leider noch gesperrt, zu viel Schnee. Wir können nur bis zum ersten Zeltplatz fahren, immer begleitet vom White River.

Cayose Pass

Über den Cayose Pass (1.431 m) fahren wir bis zum Steven Canyon Entrance und dann zum Henry M. Jackson Memorial Center. Leider endet auch dort der eigentlich vorgesehene Paradise-Road-Way, da noch zu viel Schnee liegt. Aber die Aussicht und der Weg dorthin sind traumhaft. Immer wieder Schneefelder, die Philip zum „Rutschen in Badeschlappen“ animieren.

Ganz nah fühlen wir uns dem Vulkan, der von mehreren Gletschern umgeben ist. Er ist ein etwa 500.000 bis 1 Million Jahre alter Schichtvulkan. Durch sein enormes Wachstum auf eine Höhe von über 4.800 Meter vergletscherte seine Spitze. Die heute den Mount Rainier bedeckenden Gletscher bilden mit einer Fläche von über 90 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Gletschergebiet eines einzelnen Berges der USA außerhalb Alaskas. Die jährlichen Niederschläge von bis zu 28 Metern Schnee speisen die Gletscher, so dass sie heute als stabil gelten. Mit 4.392 Metern ist er der höchste Gipfel der Kaskadenkette und des Bundesstaats Washington.

Unsere Ausfahrt erfolgt über den Nisquali Entrance, an dem sich auch am späten Nachmittag noch zahllose Autos zur Einfahrt in den Nationalpark stauen. Gut, dass wir die Route genau andersherum gefahren sind. Kurz hinter der Ausfahrt finden wir ein nettes kleines Cafe mit frischem Rhabarber/Erdbeerkuchen und leckeren Smoothies.

Erst am Abend sind wir in unserer Ferienwohnung in Seattle zurück und essen dort Abendbrot.

Meilenstand: 15163 = 334 km

Und weiter geht's nach Anacortes...