Auf diesem so unglaublich schönen (und kostenlosen!) Stellplatz am Tokerau Beach gab es nach 500 Metern am Strand entlang Toiletten und eine KALTE Außendusche. Aber nach ein paar Tagen ohne Dusche war uns das vollkommen egal und eigentlich sogar gar nicht so übel!



Wir hatten mehr Glück als andere und schafften es, Betty aus dem Sandweg zu befreien, bevor sie sich eingräbt. Unsere Versuche, einem anderen Campervan zu helfen, schlugen fehl. Der muss nun wohl warten, bis ein 4 × 4 es schafft, ihn rauszuziehen.

Auf direktem Weg ging es dann zum nördlichsten Ende der Straße auf der Nordinsel: Cape Reinga. Obwohl wir unterwegs kaum andere Autos trafen, war auf dem Parkplatz dann doch einiges los. Wann waren die denn alle losgefahren?


Am Cape Reinga trifft die Tasmanische See mit spektakulären Strömungen auf den Pazifischen Ozean. Am nördlichsten Ende des Kaps steht ein alter Pohutukawa-Baum, von dem man glaubt, dass er über 800 Jahre alt ist. Mündlich überlieferte Maori-Legenden erzählen, dass die Seelen verstorbener Maori von hier in den Ozean springen und sich auf ihre letzte Reise in das Heimatland ihrer Ahnen (Hawaiki) begeben.

Ein kurzer Wanderweg führte zum 1941 errichteten Cape Reinga Lighthouse, einer echten Touristenattraktion.





Die meisten Wanderwege am Cape waren gesperrt, sodass wir auch den Walk zum Te Werahi Beach nicht antreten konnten, ihn aber gebührend aus der Ferne bewunderten.


Und dann wartete ein Spaß der besonderen Art auf uns: die Giant Sand Dunes. Ein kurzer Abstecher vom Highway über eine dirt road führte zum Parkplatz, auf dem man sich Sandboards ausleihen und damit auf dem Bauch liegend die Dünen hinuntersausen konnte.



Zuerst musste man diese aber natürlich erklimmen, was bei dem Wind und der zu bewältigenden Höhe gar nicht so einfach war. Aber es hat sich -zumindest für die Jungs- gelohnt.



Wir versuchten dann noch so viele Kilometer Richtung Süden wie nur möglich zurückzulegen; der am Morgen verspeiste Porridge verlor inzwischen seine Wirkung, so dass wir gegen 17:00 Uhr dringend eine feste Mahlzeit benötigten. Zum Glück war das Örtchen Kaitaia nicht mehr weit und dort gab es dann für jeden einen leckeren Burger.

Eigentlich wollten wir noch ein Weilchen weiter fahren, waren aber alle recht müde und in 16 km Entfernung sollte es einen Zeltplatz geben. Der war zwar auf seiner Internetseite komplett ausgebucht, wir beschlossen dennoch, es einfach zu versuchen. Und siehe da, der Kerl hinter der Theke des Ahipara Holiday Park sprach sogar deutsch und vermietete uns eine kleine Hütte und einen Stellplatz für Betty. Nach einer Runde Schnick-Schnack-Schnuck war entschieden, dass Jens alleine in Betty übernachtet und Philip und ich in der Hütte. Noch ein kurze Abstecher zum Strand und dann fielen wir in unsere Betten.


Obwohl wir schon 7:30 Uhr aufgestanden waren und es diesmal mit dem Frühstücken auch schneller ging, da wir die Küche des Campingplatzes nutzen konnten, kamen wir erst gegen 10:30 Uhr los und fuhren nochmal an den Ninty Mile Beach. Der Name ist irreführend, denn tatsächlich ist er nur 55 mi (89 km) lang. Der Grund für seinen Namen ist unbekannt, es gibt dazu mehrere Theorien.



Nachdem es am Morgen für ein paar Minuten geregnet hatte, kam jetzt wieder die Sonne raus. Das bedeutet allerdings auch hinter den ungetönten Scheiben von Betty, dass die Sonnenstrahlung ungebremst auf die Arme trifft. Die Sonneneinstrahlung ist in Neusseland wegen der klaren, kaum verschmutzten Luft und dem geografischen Breitengrad stärker als in den meisten Teilen Europas und Nordamerikas. Also hielten wir kurz vor der Auffahrt auf den Highway #1 nochmal an, damit Philip sich die Sonnencreme rauskramern und den Arm eincremen kann. In der nächsten Kurve gab es dann jedoch ein merkwürdiges Geräusch. Wir hatten vergessen, die Schiebetür schließen, die war nun ins Schloss gefallen. Hatten wir etwas verloren? Vorsichtshalber fuhren wir zurück und sahen am Straßenrand sowohl einen von Jens Badelatschen als auch die Hülle von Philips Handtuch. Also noch mal wenden und alles wieder einsammeln.

Gegen Mittag gab es eine kurze Pause in Moerewa im Hati‘s Cafe bei Pie und Bagel und leckerem Cappuccino für mich.


Bei einem weiteren Zwischenstopp in Whangarei bekam Betty frisches Öl. Mit 260.000 km Fahrleistung braucht sie das ab und zu mal. Man muss dann aber immer den Beifahrersitz hochklappen um an den Motor zu gelangen … also etwas umständlich. Und auch das (fast) tägliche Tanken war noch zu erledigen. Am günstigsten ist es da, wenn man einen Einkauf z.B. im Pack`n Safe erledigt und den so ergatterten Gutschein fürs Tanken gleich einlöst. Oder eben die Preise zuvor auf einer App vergleicht, denn die Preisunterschiede sind gewaltig.
Und dann mussten wir ja auch nochmal zum Dome, um Philip’s Gürteltasche einzusammeln. Peinlich, wurde aber erledigt.
Da Jens ein wenig der Husten plagte, entschieden wir uns, doch nicht auf einem Zeltplatz zu übernachten, sondern buchten schnell noch ein airbnb auf einer Farm 50 km südlich von Auckland, wobei wir die Megacity auf direktem Wege im Berufsverkehr durchquerten.



Der Vermieter reagierte prompt und schon konnten wir bei herrlicher Aussicht einchecken und eine weitere Nacht mit Dusche und weichem Bett verbringen.

